Info Abend Regenwasserplan
Am Donnerstag, den 23. April 2026, fand in der Marktgemeinde Atzenbrugg ein Informationsabend zum Thema Regenwasserplan statt. GGR Rainer Keiblinger begrüßte die Anwesenden Referenten: DI Edda Haas vom Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abteilung Siedlungswasserwirtschaft, DI Eveline Bruckmüller und DI Simon Franziskowski vom Planungsbüro PT Trattner- zuständig für Kanalangelegenheiten in der Marktgemeinde Atzenbrugg, Bürgermeisterin Beate Jilch sowie die Kanalbeauftragten Josef Gutscher und Markus Mandl.
DI Edda Haas betonte zu Beginn, dass Wasser sowohl einen Segen als auch eine Herausforderung darstellen kann. Besonders wichtig sei es, die Sickerfähigkeit und Speicherfähigkeit der Böden zu berücksichtigen. Ein zunehmend bedeutender Faktor sei darüber hinaus die Entsiegelung von Böden, um den natürlichen Wasserkreislauf zu fördern. Im Fokus sei hierbei, das Wasser möglichst frühzeitig zur Versickerung zu bringen und gar nicht erst gebündelte Ableitungsmaßnahmen treffen zu müssen. Hier ging der Appell an alle Anwesenden, dass jeder seinen Beitrag dazu leisten kann.
DI Simon Franziskowski verwies auf die umfassenden Planunterlagen, die für das gesamte Ortsgebiet und jede Ortschaft für den Regenwasserplan eigens vorbereitet wurden. Diese wurden detailliert erläutert und sind ebenso auf der Gemeindehomepage zum Download verfügbar und können auch online ausgefüllt und übermittelt werden. Besonders hervorgehoben wurde die zentrale Bedeutung der Beobachtung der Niederschläge durch die Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Durch deren aktive Informationsweitergabe können wertvolle Hinweise in den Regenwasserplan integriert werden. Es besteht zudem die Möglichkeit, Fotos oder kurze Videos einzureichen. Es wird um Rückmeldung bis Ende Mai gebeten!
Die wesentlichen Grundsätze wurden hervorgehoben:
- Vorrangiger Wasserrückhalt vor der Wasserableitung
- Minimierung der Flächenversiegelung
- Nutzung natürlicher Retentionsräume
- Erhalt der Speicherfähigkeit des Bodens
… und weitere Maßnahmen.
DI Eveline Bruckmüller erläuterte die laufenden Arbeitsschritte: Erstellung eines hydrodynamischen Kanalnetzmodells, Modellkalibrierung, Simulation des Bestandsnetzes, Ermittlung von Überstauhäufungen, Maßnahmenkonzeption sowie Simulation der geplanten Maßnahmen. Zur Messung des Niederschlags wurden bereits Sonden im Kanalsystem sowie Regenmesser an der Oberfläche installiert, deren Daten nach drei Monaten ausgewertet werden.
Alle Fragen der Anwesenden wurden ausführlich beantwortet. Das geplante Regenentlastungspumpwerk in Atzenbrugg wurde dabei eingehend erläutert. Auch der fallweise erhöhte Grundwasserspiegel in den Ortschaften Trasdorf und Moosbierbaum war ein Thema. Dabei wurde klargestellt, dass Eingriffe in den Grundwasserspiegel nicht eigenständig durch die Gemeinde erfolgen können, da hierfür wasserrechtliche Bewilligungen erforderlich sind. Ebenso wurde der Hüttelbach angesprochen, dessen weitere Behandlung nur in enger Abstimmung mit den zuständigen Landesbehörden erfolgen kann. Grundsätzlich sind die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, Vorschläge für Maßnahmen einzubringen. Diese werden in weiterer Folge auf ihre Umsetzbarkeit überprüft und bei Bedarf mit weiteren übergeordneten (Landes-)stellen abgestimmt.
Dammsanierung Perschling
Bürgermeisterin Beate Jilch berichtete von der Verbandsversammlung des Perschling-Unterwasserlaufs und informierte, dass im April mit der Detailplanung der Dammsanierung im Bereich von Langer Mühle bis zur Donau begonnen wurde. Ein Abstimmungsgespräch mit dem zuständigen Ministerium fand ebenfalls im April statt. Die Förderbewilligung wird im November erwartet, mit einem Baubeginn der ersten Maßnahmen ist ab November zu rechnen.
Die Gemeinden erhalten Informationen darüber, ob und in welchen Gebieten Sekundärdämme errichtet werden können, sowie welche Areale dafür benötigt werden. Im Anschluss sollen Gespräche mit den Grundstückseigentümern stattfinden. Für die Gemeinden sind weitere Informationsabende geplant, um die Überströmstrecken detailliert zu erläutern und zu diskutieren. Ein Informationsschreiben des Verbands Perschling-Unterwasserlauf wird vorbereitet und anschließend auf den Gemeindehomepages veröffentlicht.
Besondere Bedeutung kommt diesem Projekt durch die enge Zusammenarbeit mit der Gemeindebevölkerung zu. Nur durch ein gemeinsames Ziel - die Reduktion der Auswirkungen von Extremniederschlägen - kann langfristig eine erfolgreiche Bewältigung dieser Herausforderung erreicht werden.
Foto: Egon Fischer
Personen von li. nach re.:
Josef Gutscher, Markus Mandl, GGR Rainer Keiblinger, BGM Beate Jilch, DI Eveline Bruckmüller, DI Edda Haas, DI Simon Franziskowski;
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